27. NOV — 04. DEZ 2024
Vom 27. November — 04. Dezember zeigen wir euch 13 Filme, bei denen sich alles um das Thema Musik dreht. Filmschaffende aus 12 Ländern haben an diesen Filmen gearbeitet. Das Ergebnis sind 1.365 Minuten geballter multikultureller Filmkunst.
Eröffnung des Festivals
Eröffnung des Festivals mit Panels und Impulsen und Speakern wie Kevin McManus, Corey Grossman, Alice Moser, Daniela Burkhardt, Dr. Andrea Edel und mehr.
Potentiale der Zusammenarbeit der deutschen Creative Cities, in Baden-Württemberg und darüber hinaus
Musician and music enthusiast, Cory is a grassroots guy. His background focused on presenting live music including small club shows to large festivals and community events. As Director of the London Music Office (Tourism London), Cory leads a team focused on developing the music industry in London, Canada. The London Music Office creates conditions to strengthen and grow the music sector by serving as a liaison between City Hall and the industry. Music is shaping London’s identity, playing a central role in elevating London’s tourism profile. London’s UNESCO City of Music designation is driving positive social and economic change in alignment with the United Nations Sustainable Development Goals. London became recognized as Canada’s first UNESCO City of Music in November of 2021.
Kevin McManus is currently Head of UNESCO City of Music for Liverpool. Prior to this he was the Curator at the British Music Experience in Liverpool, the UK’s only national museum of rock and pop music. Kevin has been involved in music since he began writing for influential music paper New Musical Express (NME) when he was 18. As well as writing for NME his music journalism career also included writing for The Face, ID, and Mixmag. He went on to work for the University of Liverpool where he wrote a number of books about Liverpool music history and the social and economic context in which it was made. In his subsequent public sector career Kevin developed the pioneering creative industries sector development agency for Liverpool, Merseyside ACME, which he led for almost 20 years. Kevin’s achievements during this period included setting up the Baltic Creative CIC and establishing Sound City.
Internationale Kooperationsmöglichkeiten an der Schnittstelle von Musik, Film und Bewegtbild
Kneecap
Rap ist seit jeher ein Akt der Rebellion und auch ein Kampf darum, in der Gesellschaft eine eigene Sprache zu finden. Wie sehr der Sprechgesang auch mit Identitätsbildung verbunden ist, zeigt Rick Peppiats Spielfilm Kneecap, der auf realen Ereignissen beruht und den Aufstieg eines realen Rapper-Trios, das mittlerweile als rebellische Stimme der Irischen Jugend gilt und das Festivals wie Glastonbury rockt. In den Hauptrollen sind die Musiker selbst zu sehen und in einer Nebenrolle gibt sich kein geringerer als Michael Fassbender die Ehre.
Kneecap feierte seine Weltpremiere beim renommierten Sundance Film Festival, war seitdem auf etlichen Festivals zu sehen und ist Irlands Einreichung für die Oscarverleihung 2025 als bester internationaler Film. Die Filmkritikerin Wendy Ide vom Guardian nannte ihn „one of the funniest films oft the year.“ Wir stimmen zu.
Beethovens Neun – Ode an die Menschlichkeit
Beethovens neunte Sinfonie, entstanden vor genau 200 Jahren, ist unbestritten eine der größten und bekanntesten Schöpfungen der klassischen Musik und erfreut sich auch heute noch großer Beliebtheit. Was auch daran liegt dass die Sinfonie eine Hymne auf die Ideale der Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit ist. Doch was haben wir als Menschheit seitdem erreicht? Haben sich Beethovens Hoffnungen erfüllt?
Der renommierte Musikfilmregisseur Larry Weinstein (The Devil’s Horn) folgt in seinem Film neun Menschen, die eng mit Beethovens Musik verbunden sind. Und dann ereignet sich eine Tragödie, die ihn unversehens selbst mitten in seine Spurensuche hinein befördert.
Am 28. März 2023 starb der große japanische Musiker und Filmkomponist Ryūichi Sakamoto (Merry Christmas Mr. Lawrence, Der letzte Kaiser und viele anderen mehr) nach langer schwerer Krankheit. Lange schon hatte er Krebs gehabt und sich mit seinem Verfall und dem nahenden Tod auseinandergesetzt. Dieser Konzertfilm, aufgezeichnet im Dezember 2022 von seinem Sohn Neo Sora wenige Monate vor dem Tod des Vaters, ist eine Art musikalisches wie filmisches Vermächtnis der langen und beeindruckenden Karriere dieses Ausnahmekünstlers und eine tiefe Verneigung vor einem begnadeten Komponisten und Musiker.
Der renommierte Musikfilmregisseur Larry Weinstein (The Devil’s Horn) folgt in seinem Film neun Menschen, die eng mit Beethovens Musik verbunden sind. Und dann ereignet sich eine Tragödie, die ihn unversehens selbst mitten in seine Spurensuche hinein befördert.
In the Court of the Crimson King
Seit mehr 50 Jahren hat der legendäre Bandgründer Robert Fripp, bekannt auch durch seine Zusammenarbeit mit Brian Eno und David Bowie, mit seiner Band King Crimson ein Spannungsfeld zwischen totaler künstlerischer Freiheit und Verantwortung geschaffen, das so in der Geschichte der Rockmusik wohl einmalig ist. Doch dieser Balanceakt hatte einen hohen Preis. Neben Fripp erschien der stetige Wechsel der beteiligten Musiker als die einzige wirkliche Konstante.
Was zunächst als ganz normale Musikdokumentation anlässlich des 50-jährigen Bestehens von King Crimson beginnt, gerät im Laufe des Films immer mehr zu einer tragikomischen Erkundung von Zeit und Endlichkeit, Familie und Freundschaft und zu der Fähigkeit von Musik, leben zu verändern. „One of the finest rock documentaries ever made“, nannte die National Review Toby Amies’ Film. Und wir sind geneigt, dem zuzustimmen.
blur: To the End
Hieß es in den 1960er Jahren Beatles gegen Stones, so werden im Britpop der späten 1980er und 1990er Jahre Oasis und Blur als Gegenpole und Konkurrenten begriffen. Wobei der Vergleich fast ein wenig unfair ist, denn Blur waren seit jeher die viel innovativere und stilistisch vielfältigere Band – aber das sind letztendlich vor allem Glaubensfragen.
In seinem Dokumentarfilm blur: To the End begleitet Toby L die Band bei den Arbeiten an ihrem 2023 erschienen Album „The Ballad Of Darren“, von dem Blur beinahe selbst nie geglaubt hatte, dass es jemals erscheinen würde.
Misty – Die Errol Garner Story
Der Jazzpianist Errol Garner war ein musikalisches Wunderkind, der niemals Klavierunterricht erhielt, stattdessen aber schon in sehr jungen Jahren einfach alles nachspielte, was seine älteren Geschwister ihm vorklimperten. Später wurde aus ihm einer der meistverkauften Jazzinterpreten seiner Zeit, der in den 1950er und 1960er Jahren häufiger Gast in den US-Fernsehshows war und der den Welthit „Misty“ komponierte, den unzählige Weltstars coverten. Und doch verschwand er irgendwann aus dem Gedächtnis der Öffentlichkeit. Dieser Film erweckt die Erinnerung an einen ganz Großen des Jazz zu neuem Leben.
Georges Gachot ist einer der renommiertesten Regisseur*innen, was Filme über Persönlichkeiten aus der Musik angeht, so widmete er sich bislang Martha Argerich, der Geschichte der Samba und dem untergetauchten Bossanova-König João Gilberto.
Soundtrack to a Coup d’État
Die Verknüpfung von Nikita Chruschtschows berühmter Wutausbruch vor den Vereinten Nationen am 12. Oktober 1960mit dem geklatschten Rhythmus einer Jazz-Session bildet nur eine der vielen genialen Einfälle dieses großartigen Films über die Ermordung des kongolesischen Premierministers Patrice Lumumba und Jazz als Mittel im Kampf um US-amerikanische Hegemonialansprüche.
Johan Grimonprez, neben seiner Tätigkeit als Filmemacher vor allem als Bildender Künstler (u.a, DOCUMENTA-Teilnehmer 1997) bekannt, verwebt in seinem betörenden und vielfach gefeierten Essayfilm Globalplolitik und Musikhistiorie, das Erbe des Kolonialismus, die Unabhängigkeitsbewegungen vieler afrikanischer Staaten in der Nachkriegszeit, die Machenschaften der CIA und die Verstrickungen afroamerikanischer Musikgrößen zu einem Film, der selbst fast wie eine lässige und klug gebaute Jazz-Sinfonie daherkommt. Eine der besten und klügsten Dokumentarfilme des Jahres.
Vika!
Dass man auch mit Mitte 80 noch das Leben feiern kann, das zeigt Wyrgiania Szmyt, die viele als „Vika“ kennen. Mit ihren 85 Jahren ist sie Polens älteste DJ*, legt in Clubs auf ebenso auf wie bei Raves und anderen Veranstaltungen. Nebenbei setzt sich Vika – ausgerechnet im katholisch-konservativen Polen – für die Rechte von Frauen und Minderheiten ein, ist eine prominente Unterstützerin der LGBTQI+-Bewegung in ihrer Heimat und eckt damit in Öffentlichkeit und bei ihren eigenen Kindern immer wieder gehörig an. Doch Vika lässt sich nicht beirren und geht weiter ihren Weg, den sie erst mit dem Eintritt in den Ruhestand für sich entdeckt hat und den sie nun mit bewundernswerter Konsequenz verfolgt.
The Tales of Hoffmann
Der Regisseur Michael Powell und der Drehbuchautor Emeric Pressburger bilden eines der Traumpaare des Kinos. Gemeinsam produzierten sie als „The Archers“ – so der Name ihres gemeinsamen Produktionsunternehmens – einige der schönsten, wichtigsten und einflussreichsten Filme des Vereinigten Königreichs: A Canterbury Tale, The Life and Death of Colonel Blimp, Black Narcissus und den Ballettfilm The Red Shoes (zu sehen beim diesjährigen IFFMH).
Ihre Opernverfilmung von Jacques Offenbachs Hoffmanns Erzählungen aus dem Jahre 1951 gilt bis heute als vielleicht die schönste Opernverfilmung überhaupt .- ein Traum in expressiven Farben, der die Möglichkeiten der Bühne und des Films aufs Schönste miteinander vereint. Ein Meisterwerk, das man nicht verpassen sollte.
Sisters with Transistors
Clara Rockmore, Daphne Oram, Bebe Barron, Delia Derbyshire, Maryanne Amacher, Pauline Oliveros, Wendy Carlos, Eliane Radigue, Suzanne Ciani, und Laurie Spiegel sind Pionierinnen des modernen Klangs – und dennoch haben die allermeisten Menschen noch nie von ihnen gehört. Dabei fanden sie in der Nische der elektronischen Klangerzeugung einen Freiraum, der sie im Schatten der Männer wirken ließ und vermutlich ist genau das der Grund dafür, dass sie in Vergessenheit gerieten.
Virtuos verknüpft Lisa Rovner in ihre atemberaubenden Recherche Archivaufnahmen, Interviews und Aufnahmen sphärischer und avantgardistischer Klänge aus der Pionierzeit der elektronischen Musik zu einem schwebenden Teppich voller Wunder und Klangzauberinnen, die so endlich ihren verdienten Platz in der Musikgeschichtsschreibung bekommen. Erzählt wird diese abenteuerliche Reise von der Performance-Künstlerin und Musikerin Laurie Anderson.
Paolo Conte alla Scala
Die Mailänder Scala gilt als eine der großen Opernbühnen der Welt und ist normalerweise ausschließlich der klassischen Musik vorbehalten. Für den großen italienischen Cantautore Paolo Conte machte die Scala allerdings eine Ausnahme – ein Ereignis, das verdeutlicht, welche enorme Wertschätzung und Verehrung dem heute 87-Jährigen in seiner Heimat zuteil wird.
Giorgio Testis Film über dieses einmalige Konzert verwebt den Auftritt des „Avvocato“ (so der Spitzname des studierten Juristen) mit Interviews und Auszügen aus der mehr als fünf Jahrzehnten währenden Karriere des begnadeten Musiker und Geschichtenerzählers und lässt dem Publikum Platz, um der faszinierenden Persönlichkeit Contes und seiner mitreißenden Musikalität nachzuspüren.
Bella Ciao – Per la libertà
Spätestens seit der Serie Haus des Geldes ist die italienische Widerstandshymne „Bella Ciao“ auch im Gedächtnis der jüngeren Generationen angekommen. Seit rund einhundert Jahren gibt es das Lied – zumindest in der Form, in der wir es heutzutage kennen – nun schon und seine Wirkmacht ist nach wie vor ungebrochen; ob in Italien oder anderswo rund um den Globus.
Die Filmemacherin Giulia Giapponesi macht sich in ihrem Film auf eine Entdeckungsreise und versucht die Faszination dieses Liedes zu ergründen. Und dabei stößt sie auf zahlreiche Besonderheiten und Anekdoten, die manche Facette in neuem Licht erscheinen lassen.
Pol Pot Dancing
Im Königspalast von Kambodscha zog die Startänzerin Chea Samy liebevoll den kleinen Bruder ihres Mannes auf, als wäre er ihr eigener Sohn. Erst Jahrzehnte später, als Zwangsarbeiterin unter der Herrschaft der Roten Khmer, erfuhr sie, dass ihr Pflegesohn niemand anderes ist als der Diktator Pol Pot.Trotz des Terrors der Roten Khmer, die zwischen 1975 und 1979 rund ein Viertel der kambodschanischen Bevölkerung ermordeten und den klassischen kambodschanischen Tanz fast völlig ausrotteten, überlebte Chea Samy überlebt und widmete fortan der Ausbildung hunderter traumatisierter junger Mädchen zu Tänzerinnen.
Enrique Sánchez Lanschs Film begibt sich auf eine filmische und tänzerische Spurensuche in das dunkelste Kapitel der Geschichte Kambodschas. Er erzählt den Werdegang Pol Pots über seine Verbindung zum Tanz und zeichnet zugleich das Porträt einer starken Frau, die niemals aufgibt.